Grün, grün, grün
sind alle Inseln der Azoren.
Von der einstigen, natürlichen Vegetation, die auf den vor ihrer Entdeckung durch portugiesische Seefahrer
vollkommen menschenleeren Inseln vorherrschte,
sind nur noch einige Rückzugsgebiete übriggeblieben,
die heute jedoch unter Schutz stehen
.
Diese Enklaven befinden sich vorwiegend in den Höhenlagen des dünnbesiedelten Inselinneren, sowie in
unzugänglichen Tälern und Küstenbereichen.
Die natürliche Vegetation
besteht aus Lorbeerbäumen, Wacholdergewächsen und dem Gagelbaum.
Zusammen bilden diese Arten dichte Wälder.
Im groben kann man zwei Vegetationszonen unterscheiden: die Küstenzone, bis etwa 300 Höhenmetern und
das Bergland, ab etwa 300 m bis zu etwa 1000 Höhenmetern.
Ausnahmen bilden hier Graciosa - die Insel ragt kaum über 300 m auf - und auf Pico der Berg Pico, der mit
2351 m deutlich höher aufragt und in grosser Höhe wenig Bewuchs aufweist.
Die Küstenzone wurde und wird landwirtschaftlich genutzt, daher herrschen dort Weideland und Feldfrüchte vor,
in den Höhenzonen wurde ein Grossteil des ursprünglich vorhandenen Lorbeerwalds abgeholzt .
Aufforstungen finden statt mit der aus Japan stammenden Sicheltanne, die schnellwüchsig ist, und heute
den wirtschafltich wichtigsten Holzlieferanten darstellt.
Ebenfalls aus Japan stammt die Hortensie, die zur Abgrenzung der Weiden eingesetzt wird und dichte Hecken
bildet.
Mittlerweile gehört die Hortensie zum Landschaftsbild aller Insel des Azorenarchipels und ist zur Symbolpflanze der Inseln geworden. Blütezeit ist im Juni - Juli, und die Hortensienhecken stellen dann einen einzigarten
Anblick dar.
Die unterschiedliche Blütenfärbung rührt übrigens nicht etwa daher, dass es sich um verschiedene
Hortensienarten handelte, sondern die Färbung entsteht durch im Boden enthaltene Mineralstoffe.
So blühen Hortensien auf eisenhaltigen Böden blau und rötlich, auf mineralstoffärmeren Böden eher weiss und hell.
Einige Pflanzen der Azoren sind endemisch, dass heisst, man findet sie nur auf den Inseln.
Hierzu gehören die Baumheide (erica azorica), deren grüne Ausläufer an die uns bekannten Eriken erinnern,
die aber Höhen bis zu 4 m erreichen kann und holzig-verdickte Äste auweist.
Eine andere endemische Art ist der Gagelbaum, ein Strauch mit schwarzen, essbaren Früchten.
Viele Pflanzen wurden vom Menschen auf die Inseln des Archipels eingeführt, sei es als Nutzpflanzen
(hierunter fallen alle Kulturpflanzen, wie Mais, Ananas, Orangen, Bananen, Tee uva.), sei es als Zierpflanzen.
Problematisch ist, dass viele der eingeführten Arten auf den Azoren derart gute Wachstumsbedinungen
vorfinden, dass mittlerweile Gefahr besteht, dass einige der einheimischen Arten von ihnen verdrängt werden.
Bekanntestes Beispiel hierfür ist der aus dem Himalaya eingeführte Girlandenblume, die sehr schöne gelbe
Blütenstände aufweist, sich aber mittlerweile so stark verbreitet, dass sie eingedämmt werden muss.

Andere Arten, wie der aus Neuseeland stammende
Metrosideros excelsa ("Neuseeländischer Weihnachtsbaum")
schmücken heute viele Parks und Dorfplätze der Inseln.
Azorenfauna
Bedingt durch die abgeschiedene Lage in den Weiten des Ozeans und das, geologisch gesehen,
geringe Alter des Azorenarchipels, konnte sich eine artenreiche Tierwelt auf den Inseln kaum entwickeln.
Einheimisch sind nur wenige Arten, so der priolo, eine Gimpelart, die nur auf den Azoren vorkommt,
deren Bestand aber - auch durch das Abholzen des Urwalds bedingt - nur noch recht gering ist.
Relativ viele Exemplare findet man z.B. auf Sao Miguel noch im Hochland im Inselosten rund um den
Pico da Vara. Das Gebiet ist geschützt, der Berg selbst darf nur mit vorheriger Genehmigung bestiegen werden.
Zahlreich sind alle Arten von Wasservögeln, hier ist der cagarro hervorzuheben.
Der cagarro (Gelbschnabel-Sturmtaucher) sieht zwar den Möwen ähnlich, ist aber grösser und
beim cagarro handelt es sich um eine Albatrosart. Von April bis August hält er sich auf den Azoren auf.
Er bevorzugt Steilküsten, an denen er brütet. Der "Gesang" des cagarro ist ein wenig eigenartig, wer möchte
kann ihn sich einmal anhören ( Sturmtaucher.mp3 Rechtsklick zum Download)
Nutztiere, vor allem Kühe, Pferde und Esel, sind auf den Inseln allgegenwärtig.
vvom Festland mitgebracht
wurden auch Kaninchen, die man oft auch auf
der Speisekarte wiederfindet.
Desweiteren gibt es Igel, Eidechsen und Salamander sowie Frösche und
noch einige anderer kleiner Tierarten.
Die relative Artenarmut an Land, die durch die Artenvielfalt unter Wasser mehr als wett gemacht wird, hat für den Besucher den Vorteil, dass es keinerlei Schlangen oder andere giftige oder potentiell gefährliche Tierarten gibt.
Reichhaltig ist hingegen die Meeresfauna.
In den Gewässern der Azoren finden sich zahlreiche Wal- und Delphinarten, was das Archipel zum
Paradies für Walbeobachtungen ( whale watching ) macht.
Da es auf den Azoren keine grosse Fischfangflotten gibt, sind die Gewässer um die Inseln sehr fischreich,
sowohl in Bestand, als auch Artenvielfalt, was die Inseln auch bei Sport- und Hobbytauchern beliebt macht..
Thunfische, Zackenbarsche, Schwertfische und viele andere Arten sind im Ozean zu finden und bereichern
auch das Speiseangebot auf den Inseln.





