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Die vier jungen Londoner, ihre Geschichte und ihr Viertel am Rande der Großstadt. Die vier jungen Londoner, ihre Geschichte und ihr Viertel am Rande der Großstadt. Die vier jungen Londoner kämpfen um die Flucht aus der Höhle der Großstadt. Von: Zadie Smith, London NW. Kerstin Cornils: Der Roman "London NW" von Zadie Smith.

Zeugenaussagen von Smith: NW-London. neuartig

Der tragikomische Film von Thomas Smith berichtet von vier Londonerinnen - Leah, Nathalie, Felix und Nathan -, die die Sozialwohnungen ihrer Jugend hinter sich gelassen haben, aber immer noch im nordwestlichen London, dem Stadtzentrum, zuhause sind. Leah, Nathalie, Felix und Nathan kommen aus einer Hochhaus-Siedlung wie jede andere große Metropole - immer mit dem Anspruch, einmal etwas Großes, etwas Schöneres aus ihrem Alltag zu machen.

Es scheint nur so, als hätte sie' s gemacht. Sie und ihr Mann haben als erfolgreicher Anwalt hervorragende Dinnerparties, bei denen sich ihre weitaus weniger entschlossene Kollegin Leah und ihr Mann Michel alles andere als wohl fühlen. Sie und Leah sind für die jeweiligen Schwierigkeiten geblendet und beneiden sich gegenseitig um ihr angeblich perfektes Dasein.

Die Erzählung von Nordwest-London, die jenseits der touristischen Ströme steht, ist ein ganz besonderer Bericht über ein multikulturelles Viertel und die Geschicke seiner Einwohner. Martin Zähringer kann lange und intensiv über die innere Wahrheit dieses Buches von ?adie Smith denken. Der Autor hat einen so vielschichtigen Bericht verfasst, der sich im nordwestlichen Teil Londons, nämlich in der Hochhaus-Siedlung Caldwell, abspielt.

Der Kritiker erläutert, dass Smith den Weg zum Etablissement mit allerlei poetischen Tricks beschreitet, indem er zum Beispiel in der Zeit hin und her springt, das Schicksal verbindet und kleine Literaturformen in den Film einbindet. Katharina Granzin hat nach Smiths Debut "Zähne zeigen" in den vergangenen vierzehn Jahren mit Geduld auf den großen Durchbruch des Autors gehofft - und das zu Recht, sagt Granzin nach der Lesung von "London NW", dessen Plot auf der Kippe steht, was aber dank Smiths erzählerischem Talent kein Hindernis ist.

Es geht wie im ersten Buch des Autors um eine englische Freundin, dieses Mal aber um die beiden Frauen: Die beiden Anwälte Leah Hanwell und Nathalie Blake, eine Weiße, eine Schwarze, eine Sozialkraft, der andere Anwalt, beide aus dem armen Distrikt Kilburn im nordwestlichen London, sind zwar selbst bestimmt und doch unzufrieden, resümiert er.

"Gibt es ein Lebensproblem in der Großstadt oder diese Geschichte? Am Ende der Lesung von Johan Schloemann ist man sich nicht so ganz sicher. Der Autor zeigt ihm noch einmal die schwierige Stadtrundfahrt - die ethnischen Probleme in ihrer Nachbarschaft der Kilburn High Road, dieses Mal aber vor allem die unbarmherzige Konjunktur.

Schloemann meint das unterhaltsam, aufregend, mal sehr schwer, mal melodisch, ganz im Sinne der Londoner Rhythmik und Mehrstimmigkeit. Die Tatsache, dass es dem Autor immer wieder gelungen ist, virtuose Figurenbilder und Stimmungen der Zeit festzuhalten, macht dieses kleine Werk für den Kritiker noch schöner. Der neue Autor "London NW" von Ijoma Smith ist ein Musterbeispiel für einen ernsthaften zeitgenössischen Autor, schreibt Ijoma Mangold.

Nur wenn man ihre Sichtweise beobachtet, kann man sich ein eigenes Urteil bilden. Mangold ahnt, dass selbst eine Handlung nicht wirklich in Aussicht ist, was die ganze Sache für Smith zu sehr vereinfachen würde. Wir können also Ausschnitte aus dem Alltag unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund nachlesen, die alle in der selben trostlosen Gegend von London aufwuchsen, aber nun in sehr verschiedenen Umgebungen landeten, resümiert Mangold, dem es einfacher ist, diesen Film zu bestaunen, als ihn zu mögen.

Der Kritiker Tilman Spreckelsen hat Zadie Smiths neuen Romans "London NW" dreimal vorgelesen und ist immer noch genauso begeistert von diesem Werk von Londonern über vierzig bis vierzig Jahre alt, die sich alle aus ihrer Schullaufbahn in einem Slum gut kannten und sich sehr verschieden haben. Nathan schaut zu, wie die Rechtsanwältin nach und nach ihr ganzes Eheleben ruiniert, wie Felix gegen seine Drogenabhängigkeit ankämpft und für seine schauspielerische Laufbahn von einem angehenden Profi-Fußballer zu einem Junkies, Händler und Kuppler schlüpft, oder die Sozialleiterin Leah heimlich die Tablette und eine Schwangerschaftsunterbrechung nimmt, um sich vor dem Wunsch ihres Ehemannes nach Kindern zu schützen.

Der Rezensent verzaubert die andersartigen Lebenspläne, von denen Smith nicht nur witzig und clever, sondern auch voller Sinnlichkeit und Gedichte berichtet.

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