Wetter Juni Portugal

Das Wetter im Juni Portugal

Wetter und Wettervorhersage für A da Velha, Portugal. Tote Waldbrände mit Ankündigung in Portugal. Brände in Portugal: In den Fackeln versteckt Sie sind die zerstörerischsten Brände in der portugiesischen Waldgeschichte. Die Rettungsmannschaften bekämpfen seit einigen Tagen die Brände in der Stadt. Im Ort Macao verschlechtert sich die Situation - die Bewohner sind von den Fluten umzingelt.

In Portugal wüten seit einigen Tagen schwere Brände.

In der Umgebung des Dorfs Macau im Landesinneren brach am Dienstag Abend ein Brände aus. Mittlerweile sind die rund 2000 Bewohner des Platzes von den Flamen umzingelt. "Man kann nicht nach Macau gehen oder einreisen", beschreibt der Oberbürgermeister des Dorfs, Vaco Estrela, die Krisensituation. Es ist nicht unüblich, dass es in Portugal in den Sommerferien zu Bränden kommt.

Die Feuerwehr hatte bereits mehr als 10.000 Waldbrände zu bewältigen - 2.500 mehr als im Jahr 2016. 64 Menschen wurden bei dem Brand getötet und seither sind knapp 340 Menschen verwundet worden. Als Vorsichtsmaßnahme will die Portugiese den Ausnahmezustand erklären, basierend auf Wettervorhersagen, die nach wie vor eine Temperatur um die 40°C voraussagen, wie das Amt von Premierminister António Costa bekannt gab.

Aber nicht nur Portugal hat in diesem Jahr in Südeuropa mit ernsthaften Waldbrand zu tun. In Italien breitet sich das Brände aus. Zu Beginn dieser Handelswoche hatte das Bundesaußenministerium davor gewarnt, dass Gäste in einigen touristischen Regionen, wie zum Beispiel dem sizilianischen, die Gegend möglicherweise verlässt.

Brände in Portugal - Furcht vor der kommenden Naturkatastrophe

5.000 ha Waldfläche wurden abgebrannt. In der 74 km² großen Ortschaft Santo André wollen die 750 Bewohner, die sich im Urwald aufhalten, vor dem Start der heissen, trocknen Sommerzeit das Gestrüpp entfernen. Alle Einfamilienhäuser im Urwald sind 50 m entfernt. "Landbesitzer, die ihre Waldflächen nicht vor dem Hochsommer in Ordnung brachten, werden mit hohen Bußgeldern belegt.

Auch die portugiesische Sichtweise auf die Waldflächen hat sich nach den schrecklichen Waldbränden im Sommer 2017 verändert: "Vor zwei oder drei Jahren war der Forst noch eine Einnahmequelle für uns, heute betrachten wir ihn als Bedrohung", sagt José Andrade. "In Pedrogão Grande, etwa 200 Kilometern von Lissabon entfernt, kam es am 16. Juni 2017 zu einem Brand in einem bewaldeten Gebiet.

In Portugal gibt es seit vielen Jahren jeden Monat im Hochsommer schwere Brände. Es wurde noch schlimmer: mitten im Monat November wiederholen sich die Dramenaufnahmen. In einem Tag sind 443 Brände ausgebrochen und haben 190.000 ha Waldfläche vernichtet - drei Viertel des Saarlandes.

Die Anzahl der Todesfälle lag auf einem unüberschaubaren Niveau: Im vergangenen Jahr kamen in Portugal 115 Menschen an den Waldbränden ums Leben. Der sozialistische Ministerpräsident António Costa sah in den verheerenden Zuständen im Inneren auch eine personelle Schwäche. Als Bundesinnenministerin hat Costa zwischen 2005 und 2007 eine Katastrophenschutzreform durchgeführt, um den Kampf gegen Waldbrand effektiver zu machen.

"Der ehemalige Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehr Portugals und Chef eines Forschungsinstituts für Katastrophenschutz, Herr Caldeira: "Im vergangenen Juni wurde das Katastrophenschutzsystem zum ersten Mal unter extremsten Umständen erprobt. "Die chaotische Situation im Katastrophenschutz hat sich im Okt. 2017 wiederholt - und zwar mit unmittelbaren Folgen für die sozialdemokratische Regierung: Die Bundesinnenministerin hat dem öffentlichen Drängen nachgegeben und ihren Ruecktritt eingereicht.

Der Politikwissenschaftler Pedro Adão e Silva sagte, Ministerpräsident Costa stehe vor seiner bisher grössten wirtschaftlichen Herausforderung: "Die Brände waren sowohl eine menschliches Drama als auch ein grosser wirtschaftlicher Einbruch. Sie sind vielleicht der wichtigste Prüfstein der Politik geworden. In letzter Zeit hat Portugal gute Neuigkeiten im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Budgetdisziplin vorzuweisen.

"Die Beschwerden in den Wäldern Portugals sind seit Jahren bekannt. Aber die Politiker haben das, was Fachleute an Portugals Hochschulen schon lange entdeckt haben, nicht mitbekommen. "In den letzten Jahren gab es ernsthafte Brände, die Todesopfer forderten, zum Beispiel 2003 oder 2005, und es ist immer dasselbe Wild.

Der Staat ist offenbar erwacht, hat neue Rechtsvorschriften erlassen, Kommandostrukturen verändert und ehrgeizige Ziele aufgestellt. Wenige Tage nach den WaldbrÃ?nden im vergangenen Jahr hat MinisterprÃ?sident Costa die Resultate eines auÃ?erordentlichen Ratsvorsitzes vorgestellt. Zweitens präsentierte die Bundesregierung ein ausführliches Arbeitsprogramm zur Lösung der Strukturprobleme der Brände.

Tiago Oliveira ist seit einigen Wochen im Ministerrat in Lissabon. Er ist promovierter Forstwirt und arbeitete viele Jahre als Brandschutzexperte für die Papierbranche in Portugal. Nun steht er an der Spitze der Expertenagentur von Wetterforschern, Klimakennern und Waldbränden, die eine völlig neue Forststrategie für die Gebiete Portugals entwickeln soll: "Das Altsystem und seine AkteurInnen haben gravierende Nachteile: "Das Altsystem und seine AkteurInnen haben sich nicht bewährt:

"Oliveira setzt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Ämtern, dem Katastrophenschutz, der Berufsfeuerwehr, der Polizei, den Militärs und den örtlichen Gebietskörperschaften über 70 verschiedene Massnahmen rechtzeitig um. Die meisten von ihnen verweisen unmittelbar auf die wichtigsten Probleme des Waldgebietes in Portugal, das seit mehreren Dekaden einen dramatischen Bevölkerungsrückgang erfährt. "Portugal ist eines der waldreichsten Staaten Europas: 39% der Landesfläche sind bewaldet.

Dies war nicht immer der Fall, sagt der Waldwissenschaftler João Silva: "Vor 100 Jahren gab es in Portugal praktisch keinen Wald: Er machte vier bis fünf Prozentpunkte der Gesamtfläche aus. Seitdem ist die Forstfläche in Portugal jedoch kräftig angewachsen. Dies sollte kein Hindernis sein - im Gegenteil. Nein. Aber es wird zum Ärgernis, wenn der Forst nicht richtig bewirtschaftet wird.

Aus diesem Grund gibt es jetzt Menschen, die behaupten, wir hätten zu viel Forst in Portugal. "In den letzten Wochen drehte sich die Politik nicht nur um die Waldbrandbekämpfung. Der Fraktionsvorsitzende der grössten rechtskonservativen PSD, Fernando Negrão, legt den Daumen in die Wunde: "Herr Ministerpräsident, die Fragen, wie wir die Gebiete im Landesinnern in den nächsten Jahren wieder beleben können, sind von grosser Wichtigkeit.

Wie die Binnenregierung mit den Waldbränden im Juni und Oktober letzten Jahres umging, wissen wir alle: mit großer Unachtsamkeit und gar Mitleid. "Die Beteiligten sprachen über Steueranreize, mehr Plätze an Binnenuniversitäten und die Verlagerung von Teilbereichen der staatlichen Administration in die Waldflächen.

Der Waldbrandexperte Tiago Oliveira sieht in diesen Ansätzen nur eine Täuschung: "Es gibt im Inneren nicht genug Menschen, um neue Menschen zu errichten. Vielleicht können wir Jugendliche ins Inland entsenden, um unsere Wälder in Form zu bringen, sei es in der Agroforstwirtschaft, in der Waldwirtschaft oder im Tourismus. Die Zeit, in der wir im Inland neue Industriepole errichten, ist meines Erachtens jedoch zu Ende.

"Der Alterungsprozess im Landesinneren geht mit einem weiteren Dilemma einher: Die Waldflächen Portugals sind in zahllose kleine Grundstücke mit ebenso vielen Landbesitzern aufgeteilt. Dies eröffnet dem Land tatsächlich eine Möglichkeit. Waehrend rund ein drittel der deutschen Waelder in Staatsbesitz ist, sind es nicht einmal drei Prozentpunkte der Waldflaeche.

Nach dem dem demografischen Wandel im Inneren sind die Menschen nun in der Lage, ihre Privatwälder zu übergeben, sagt José Andrade, Dorfvorsteher bei Castelo Branco: "Fast jeden Tag kommen Menschen zu uns, die ihr Land der Gemeinschaft oder dem zentralen Staat spenden wollen. "Nichtsdestotrotz haben weder die Regierungen noch der Präsident den politischen Willen, den Bevölkerungsanteil der Wälder in Portugal signifikant zu steigern.

Der Grund liegt auf der Hand: Trotz der jüngsten wirtschaftlichen und steuerlichen Fortschritte hat Portugal immer noch mit einer sehr großen Staatsverschuldung zu kämpfen. Für den bevorstehenden Sommer 2018 entschied sich die Bundesregierung für eine viel einfacher und kostenneutraler zu gestaltende Alternative: Unter dem Druck hoher Bußgelder wurden private Waldeigentümer dazu veranlasst, ihr Land so weit zu sanieren, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt werden.

Letztlich, so Tiago Oliveira von der neuen Expertenagentur, ist die zentrale Frage: "Wie viel sind die portugiesischen Einwohner in den Großstädten gewillt zu bezahlen, damit der Wald besser vom Land bewirtschaftet werden kann? Man muss in den Forst einsteigen. Ist das genug für uns Mitbürger, um etwas mehr für den Regenwald auszugeben, oder lässt man das alles ausbrennen?

Aber viele Dorfbewohner, die selbst auf dem Lande aufwuchsen, befassen sich nach wie vor mit den Problemen, die das Innere Portugals ausmachen. Der Politikwissenschaftler Adão e Silva sagt: "Die Menschen sind in die Innenstadt umgezogen und wollen nicht aufs Festland zurückkehren. In dieser ersten Bürgergeneration besteht eine sehr gefühlsbetonte Verbindung zu den Räumen, in denen sie aufwuchsen.

"Diese gefühlsmäßige Komponente mag vielleicht den Grund dafür sein, warum die Tragik des letzten Sommer so nah an so vielen portugiesischen Menschen war. Zudem steigt der staatliche Handlungsdruck, möglichst rasch zu konkreten Projekten zu kommen. In den letzten Dekaden ist es dem portugiesischen Bundesstaat nicht gelungen, eine Hubschrauber- und Flugzeugflotte zu beschaffen, um die Waldbrände aus der Vogelperspektive zu löschen.

Jährlich muss der Bund Feuerlöschflugzeuge von hoch spezialisierten Firmen mieten - und in einem nahezu konkurrenzlosen Umfeld werden die Tarife von privaten Anbietern vorgeben. Nun hat die jetzige Bundesregierung endlich begriffen, dass es so nicht weitergeht, sagt Katastrophenschutzexperte Caldeira. So wird der Bund in den kommenden Jahren eine Feuerwehrflotte anschaffen und die Luftstreitkräfte die Lotsen ausbilden, die das Flugzeug in den Brandzonen einfliegen werden.

Es braucht jedoch Zeit, um eine Feuerwehrflotte aufzubauen, neue Feuerlöschtaktiken zu üben und zu steuern oder die Waldflächen kontinuierlich zu erhalten. Die Waldbrände im Juni und September 2017 haben uns bewiesen, dass die Menschen in den Waldflächen sehr schlecht darauf eingestellt sind, bei einem schwerwiegenden Waldbrände richtig zu handeln.

Aus diesem Grund hat die Bundesregierung ein Projekt aufgelegt, das bereits einen Großteil der Ortschaften im Landesinnern umfasst. Dies ist unbedingt erforderlich, denn weit über zwei Dritteln der Brände in Portugal sind auf menschliche Fehler oder Nachlässigkeit zurückzuführen. Deshalb ist die Aufklärung der Menschen ein entscheidendes Element der Waldbrandverhütung, sagt der Chef der Expertenagentur Tiago Oliveira: "Wir müssen den Menschen eine Alternative anbieten, damit sie keinen Zugang mehr zu Brandrodungen haben.

Dies ist viel bedeutender als der Aufbau von stark ausgerüsteten Einsatzkräften, die nur das eigentliche Ziel verfolgen. "Tiago Oliveira kommt zwei Wochen vor dem Start der entscheidenden Periode der Waldbrände in Portugal zu einem realistischen Schluss: "Die Menschen sind sich der Gefahren besser bewußt. Aber unglücklicherweise ist immer noch alles vom Wetter abhängig."

Mehr zum Thema