Wirtschaft Portugal

Ökonomie Portugal

Firmenlogo Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dies ist fast ausschließlich auf Autoimporte aus Portugal zurückzuführen. Die portugiesische Regierung gehört zur Europäischen Union, ist aber einer der ärmsten Mitgliedstaaten. Weitere Informationen von Tomás Franco, Deutsche Schule in Porto, Portugal. Aktuelle Seite: Home - Fakten & Informationen Wirtschaft & Politik.

Mit versteckter Strenge aufwärts - Portugals kleines Konjunkturwunder

Es sind in den letzten Jahren in Portugal mehrere solcher Einrichtungen hinzugekommen, in denen Telefonie und Programmierung betrieben werden. Im vergangenen Jahr eröffnete Mercedes-Benz in der Hauptstadt Portugals die erste digitale Auslieferungszentrale der Welt, um Software-Lösungen für das autonome Autofahren und die E-Mobilität zu entwickeln. Auch in Portugal haben Siemens und Bosch ihre Standorte ständig erweitert.

Portugals Wirtschaftminister Manuel Caldeira Cabral weiss, warum multinationale Firmen in dem früheren Krisenstaat Portugal investieren: "Ein bedeutender Teil der ausländischen Investitionen fliesst in den Ausbau von Kompetenz-Zentren in Portugal. Der überwiegende Teil der Firmen findet hier hochqualifizierte Nachwuchskräfte und verlagert deshalb die strategischen Zukunftsfelder wie z. B. die Cybersicherheit oder die Software-Entwicklung nach Portugal.

Den Aufschwung und das gute Bild Portugals wollen wir mit unserer staatlichen Arbeit nützen. Hier wollen wir Anleger gewinnen, die sich nicht nur deshalb hier aufhalten, weil Portugal im Trend liegt. "Portugal erfährt einen kleinen Aufschwung - unter einer linken Herrschaft. Die sozialdemokratische Führung hat seit ihrem Regierungsantritt vor fast zweieinhalb Jahren eine beachtliche Erfolgsbilanz aufwiesen.

So sank die Arbeitslosenrate von 12,4 % im Jahr 2015 auf inzwischen weniger als acht Prozentpunkte. Im vergangenen Jahr betrug das Budgetdefizit nur ein einziges Jahr. Dies ist der höchste Preis in der 42-jährigen Tradition der Portugiesen. Zugleich haben der Privatkonsum, die ausländischen Investitionen und die Ausfuhren kräftig zugenommen, so dass die Wirtschaft mit 2,7 Prozentpunkten die stärkste Wachstumsrate seit der Jahrhundertwende erreicht hat.

Aber nicht die Dienstleistungszentren großer Unternehmen haben Portugal den wirtschaftlichen Aufschwung gebracht, sondern vor allem der Fremdenverkehr. Im vergangenen Jahr hatte die Hotellerie zum ersten Mal mehr als 20 Mio. Besucher - ein Plus von knapp neun Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Die portugiesische Regierung hat den Vorteil, dass sie kein internationales Terrorziel ist.

Nach Ansicht vieler portugiesischer Bürger wurde ihr Heimatland in letzter Zeit um ein Vielfaches aufwertet. Den ersten großen Weltmeistertitel holte sich die Portugiese bei der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2016. Im vergangenen Jahr ging der Grand Prix zum ersten Mal an einen Portugiese. Die Journalistin Clara Ferreira Alves hat einen guten Grund, warum es den Portugiesen jetzt viel besser geht: Laut Alves hat sich das Lande von der strengen Sparmaßnahmenpolitik erholt.

In Portugal haben die Sparmassnahmen - wie auch in Griechenland und anderen Ländern - die ärmsten Bevölkerungsschichten schwer betroffen und unterdrückt. Und vor allem das immerwährende Gerede von Austeritätspolitik - demütigte die gesamte Wirtschaft, verursachte einen Zusammenbruch des Konsums und machte die Menschen deprimiert. "Die Sozialdemokraten, damals die grösste oppositionelle Partei, haben deshalb bei den Bundestagswahlen im Oktober 2015 ihren Wahlkampf auf ein ganz einfaches Prinzip ausgerichtet: Das Ende der Austeritätspolitik.

Die konservative Bundesregierung stand jedoch nur wenige Prozent vor der Neuwahl, da die ersten Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs bereits spürbar waren. Der sozialistische Führer António Costa ging weit in die Tricks der Demokraten ein, um endlich Ministerpräsident zu werden: Eine konservative Kommentatorin hat das richtige Wort für das ungewohnte linke Bündnis gefunden: "Geringonça" - Übersetzung "seltsames Konstrukt" oder "Klapperkiste".

Doch für Costa ging es nicht nur um das Ende der Sparmaßnahmen, sagt der Politikwissenschaftler Carlos Jalali von der University of Aveiro. "Wäre Antonio Costa nicht an die Macht gelangt, wäre seine politische Laufbahn zu Ende gewesen. Das linke Bündnis war also der einzig mögliche Weg für Costa, um in der Politik zu bestehen.

Er machte aus dieser Not eine De und führte die Bundesregierung und das linke Bündnis mit viel Können. "Premierminister Costa hat damit begonnen, seine Hauptwahlversprechen einzulösen, auch die linke und grüne Co-Piloten in seiner "Klapperkiste" in der Spur zu halten: Anhebung der Mindestlöhne, Senkung der Lohnkürzungen und Sonderabgaben aus den Jahren der Krise, Neueinführung der 35-Stunden-Woche im Öffentlichen Sektor.

Dies dürfte den privaten Verbrauch und die Wirtschaft stimulieren. Ausserhalb Portugals traf dies auf Unverstehen. Bei den portugiesischen Staatsobligationen sind die Zinssätze wieder kräftig gestiegen; ausländische Investitionen verzögerten sich. Brüssel hat damit gedroht, Strafen zu verhängen, weil Portugal die beschlossenen Haushaltsziele nicht einzuhalten scheinte. Das hat die Costaregierung verstanden - und dafür gesorgt, dass die Ausgaben der Regierungen dort gesenkt wurden, wo sie anfangs nicht spürbar waren.

"Die Sparmaßnahmen sind in Portugal noch nicht zu Ende. Der Staat hat die zusätzlichen Kosten im Lohn- und Gehaltstrakt anderswo ausgeglichen, zum Beispiel durch Haushaltskürzungen im Gesundheitssystem. Dies wurde von den linken Kräften offen bemängelt, die dann aber den Verlauf der Sozialistenregierung unterstützten. "Die Sozialdemokraten blieben auch bei den Grundpfeilern der bürgerlichen Regierungspolitik.

Dies sagt Professor Daniel Traça, Leiter der Nova School of Business and Economics in Lissabon. "Einerseits muss Portugal im Export deutlich kräftiger expandieren und sich den Weltmärkten widmen. Es gab sie vor der sozialdemokratischen Herrschaft, und sie sind auch in dieser Wahlperiode entscheidend. "Tatsächlich ist Portugal nicht vom Kurs der Konsolidierung abgerückt.

Der Portugiese hat mehr Mittel in der Hand, aber der Staat hat weniger Investitionen getätigt und die aktuellen Kosten gesenkt. Zahlreiche Fachleute verweisen auf die positiven äußeren Einflüsse, die das kleine Wunder der portugiesischen Wirtschaft erklären: Durch das Anleihenkaufprogramm der EZB ist es gelungen, die Zinssätze für die portugiesischen Staatspapiere seit über einem Jahr stetig zu senken.

Zum ersten Mal seit der Wirtschaftskrise haben die großen Rating-Agenturen Portugal über das Junk-Level gebracht. Neben dem Fremdenverkehr profitieren die Wirtschaft von tiefen Ölpreisen und einem signifikanten Anstieg in den wichtigsten Absatzgebieten für portugiesische Produkte: Nicht zuletzt hat sich das Image Portugals nach außen hin erheblich gebessert, auch weil der Web Summit - Europas grösste Internetkonferenz mit 60'000 Teilnehmenden - im kommenden Jahr zum dritten Mal in Lissabon stattfindet.

"Heute haben wir eine große Chance, unser Heimatland als'Cool Portugal' zu veräußern und damit für die ausländischen Anleger attraktiv zu werden, die jetzt auf Portugal aufmerksam werden und in die portugiesischen Firmen investiert . Wenn wir aber meinen, dass "Cool Portugal" der Wachstumsmotor unserer Wirtschaft sein wird, dann machen wir einen großen Irrtum. Denn nur so kann unsere Wirtschaft nachhaltig profitieren.

"Portugals unabhängiges Public Finance Control Council rechnet mit einem Rückgang des Wachstums von 2,7 auf 1,6 Prozentpunkte im Jahr 2022. Portugal hat wie nahezu ganz Europa ein demografisches Phänomen - aber vor allem eines: Portugal hat die geringste Geburtenhäufigkeit in der EU seit Jahren. Die Demografie ist auch ein wirtschaftlicher Faktor.

Antonio Saraiva, Vorsitzender des Verbandes der Industrie Portugals CIP, weist darauf hin, dass die Wirtschaft nur dann nachhaltig wächst, wenn sich die portugiesische Wirtschaft weiter modernisiert: "Es ist wichtig, dass die Firmen in die Erneuerung ihres Maschinenparks und in die Förderung von Innovation und Weiterbildung ihrer Beschäftigten investiert. Allerdings werden Firmen und Finanziers nur dann Investitionen tätigen, wenn sich die allgemeinen Bedingungen verbessern:

Dafür benötigen wir jedoch Eigenkapital, und Portugal steht nach wie vor vor vor großen Finanzierungsproblemen. Der Staat hat bereits eine ganze Anzahl schwerwiegender Probleme wie z. B. den Kauf der gewaltsam verstaatlichten früheren privaten Bank Banco Espírito Santo geregelt. Die berüchtigte Geldknappheit in der Wirtschaft Portugals könnte sich verschlimmern. Derzeit werden 85 % der staatlichen Investitionsmittel in Portugal durch europäische Subventionen aufgebracht.

Mit der Umverteilung der EU-Mittel durch die Firma Bremen könnte Portugal jedoch rund vier Mrd. EUR weniger im kommenden Jahr ausgeben. Ungeachtet der derzeit guten wirtschaftlichen Zahlen könnte das linke Bündnis in Portugal nun einen Wackelkandidaten haben. Denn im Unterschied zu vielen anderen Ländern Europas wurde das Parteiensystem in letzter Zeit nicht von einer neuen rechten populistischen Macht oder einer linksgerichteten Protestbewegung erschüttert:

Nach wie vor vertreten die beiden großen Parteien - die Sozialistische Fraktion (PS) und die eher konservative SPD (PSD) - rund zwei Drittel aller Parlamentarier. "In Portugal wurden die großen Reformvorhaben immer schon von den sozialdemokratischen und den kolumbianischen Parteien mitverfolgt. So sind die sozialdemokratischen Parteien nach der Linken, die sozialdemokratischen nach der Rechten gegangen.

"Vielmehr rücken die Belange der einzelnen Fachgruppen in den Vordergrund: Ob Lehrkräfte, Wärter, Krankenschwestern oder Bahnarbeiter - die Zahl der Arbeitskämpfe im Öffentlichen Sektor hat in Portugal deutlich zugenommen. 3. Unter kommunistischem Einfluss leitete Manuel Carvalho de Silva 25 Jahre lang den grössten Gewerkschaftsbund Portugals, die CGTP. Auch aus ökonomischen Erwägungen ist es nach Ansicht von Herrn Dr. G. Silva logisch, dass der Staat nun mehr Mittel verlangt.

"Am Anfang der Wahlperiode hat die Bundesregierung Lohnkürzungen zurückgezogen und für die Betriebe entsprechende Incentives gesetzt. Werden die Löhne im staatlichen Sektor nicht angehoben und die Karrieren nicht modernisiert, wird der Privatkonsum wieder zusammenbrechen und das wirtschaftliche Wachstum erheblich nachlassen. Der Staat hat dem Verwaltungspersonal, das seit Jahren ohne feste Anstellung arbeitet, eine feste Anstellung angeboten.

Die Bundesregierung lehnt daher weitere Anforderungen der Union ab. Der Politikwissenschaftler Carlos Jalali meint, dass das Los der Sozialdemokratischen Fraktion auch vom Gelingen ihrer Geldpolitik abhängt: "Vor sieben Jahren war es eine sozialdemokratische Herrschaft, die finanzielle Unterstützung aus der Euro-Rettungsaktion beantragen musste. Dass dies die Achillessehne seiner Herrschaft sein wird, weiß nun António Costa.

Sie muss in haushaltspolitischen Fragen gegenüber den Wählerinnen und Bürgern und dem Europapartner sehr durchsetzungsfähig sein. Ist der Centeno in Brüssel glaubhaft, dann ist auch die Budgetpolitik der Bundesregierung glaubhaft. "Es scheint einen großen Eindruck auf die portugiesischen Fans gemacht zu haben. Die Sozialdemokraten halten in den letzten Wahlen rund 42 Prozent des Stimmvolumens - knapp 10 % mehr als zu Anfang der Wahlperiode.

Politologe Federico Santi führt den unvorhergesehenen Durchbruch vor allem auf Ministerpräsident António Costa zurück. Die Sozialdemokraten zahlen sich aus, seine Fraktion ist in den Wahlen weit voraus. Zugleich ist die Gefahr für die Sozialdemokraten und den linken Block sehr groß, dass die Socialist Party viele Stimmen von ihnen begraben wird."

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