Zentraleuropa

Mitteleuropa

Betrachtet man die neuen EU-Länder in Mitteleuropa, so ist der alte Joe, Zentraleuropa - Mitteleuropa ||||||| categories=Geographie Kommentar:'Part of something' ist nicht dasselbe wie der Oberbegriff. Zahlreiche Beispiele für übersetzte Sätze mit "Zentraleuropa" - französisch-deutsches Wörterbuch und Suchmaschine für französische Übersetzungen. Sie meinten: Zentral | Zentral | Zentral | Zentral | Zentralbanken | Zentralität | Zentraleuropa. Die Geschichte und Situation der mittelalterlichen Archäologie in Mitteleuropa.

Landkarte von Mitteleuropa

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Aus Mittelosteuropa nach Mitteleuropa. Kulturhistorie als Area Studies.

Zusammenfassung: In seinem Vortrag stellt Philipp Ther die historischen Konzepte Mitteleuropas und Ostmitteleuropas gegenüber. Der Begriff Ostmitteleuropa, der insbesondere die deutsche Wissenschaft nach wie vor dominiert, ergibt sich für ihn vor allem aus Fragen der Strukturgeschichte. Der Begriff Mitteleuropa hingegen hat den Vorzug, dass er insbesondere die Verständigung und Wechselwirkung zwischen unterschiedlichen Räumen beleuchtet und so aufzeigt, wie Kulturräume durch "kulturelle Begegnungen", Austausche, Akkulturationen, aber auch Krisensituationen und Auseinandersetzungen gestaltet werden.

Auch in Deutschland prägt der Alte Weltkrieg die transdisziplinäre Ordnung der Zeitgeschichte. Im Osten des Böhmerwalds und der Oder entsteht die Gerichtsbarkeit der ostmitteleuropäischen Zeitgeschichte. Im Westen wird die allgemeine oder europÃ?ische Historie behandelt. Diejenigen, die sich mit Osteuropa beschäftigen, gelten allgemein als Spezialisten, auch wenn sie die romanischen Sprache beherrschen und mit der westeuropäischen Vergangenheit vertraut sind, während diejenigen, die sich auf den Westen Europas beschränken, die sich auf die europäischen Geschichtsschreibung beschränken und damit natürlich ein Universeller sind.

Die Fundamente und Vorraussetzungen für ein "erweitertes Europa" der Volkswagen-Stiftung und des Berlin College for Comparative History of Europe. In der Weltraumkategorie Ostmitteleuropa könnte man einen Brückenschlag zwischen west- und osteuropäischen Geschichten wagen. Diese geschichtsträchtige Region zwischen Deutschland und Russland umfasst nach der endgültigen Begriffsbestimmung von Klaus Zernack auch die östlichen Elbregionen.

In der wissenschaftlichen Praxis, die in den 90er Jahren von der Deutschen Forschungsstiftung gestaltet wurde, müssen sich die mit Mittel- und Osteuropa befassten Einrichtungen in der Neuzeit jedoch auf das Territorium von Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn beschränk. Andererseits hatten das Potsdamer Centrum für Zeitgeschichte und andere zeitgeschichtliche Einrichtungen lange Zeit Angst davor, Grenzen nach Westen zu überschreiten.

Projektgesuche in polnischer oder tschechischer Historie wurden mehrfach zurückgewiesen. Für die meisten Historiker in Deutschland, insbesondere für diejenigen, die sich mit Europa befassen, ist Ostmitteleuropa nur ein Teil des Orients, dem man die Fachleute vertrauensvoll ausliefern kann. Jahrhundert, einschließlich seiner Teile aus Polen, Böhmen und Österreich, würde anders ausfallen als die ethnonationale Kürzung, die die Meistergeschichten der Zeit nach dem Krieg prägte.

Über diese abstrakte Stufe hinaus wäre es für den Unterricht nicht nachteilig, wenn die Deutsche mehr über ihre östliche Nachbarschaft erfahren würden. Bedauerlicherweise hat der Begriff Ostmitteleuropa jedoch nur bedingt zu einer allgemeinen Geschichtseröffnung geführt, auch weil er als eine Vertiefung innerhalb der bereits besonderen osteuropäischen Geschichtsschreibung erachtet wurde.

In der englischsprachigen Fachzeitschrift "Central European History" werden seit vielen Jahren Forschungsarbeiten zu deutschsprachigen und mittel- und osteuropäischen Ländern zusammengefasst. Die Mitteleuropäische Universität in Budapest ist ebenfalls auf postkommunistische Staaten orientiert, ohne eine europÃ?ische Sichtweise zu vernachlÃ?ssigen. Der räumliche Bereich Mitteleuropas hat den Vorteil, dass er im Gegensatz zum Konzept Ostmitteleuropas nicht auf einem strukturhistorischen, sondern vor allem auf einem kulturgeschichtlichen Unterbau aufbaut.

Außerhalb Mitteleuropas geht es um eine neue Art der Grundlagenforschung, bei der naturwissenschaftliche Fragestellungen und die Gestaltung des Unterrichts getrennt werden sollen. Die Area Studies per se verbinden das Lernen mehrerer Staaten, verschiedener Fremdsprachen und Kulturkreise und bieten so die Möglichkeit, das oft gefragte "transnationale" Forschungs-Paradigma mit einem bodenständigen Ansatz aufzugreifen.

Vor allem der Österreicher Moritz Csáky hat in der deutschen Sprachforschung den Terminus Mitteleuropa fruchtbringend gemacht. In Deutschland ist sie bedauerlicherweise noch nicht ausreichend aufgenommen worden, was vielleicht daran liegt, dass die großen europäischen Staaten in der Regel zu wenig auf die kleinen achten. Die räumliche Kategorie Mitteleuropa hat Csáky nie für den Namen einer Monographie verwendet, aber sie ist in den Rubriken mehrerer Essays und zahlreichen Kapiteln und Unterkapiteln seiner Werke zu finden, insbesondere über die Wienische Opern.

und Mitteleuropa um 1900", das im Netz ausführlich beschrieben ist. Weshalb hat sich der Terminus Mitteleuropa bei Kulturwissenschaftlern und Historikern bisher kaum etabliert? Das ist schon verwunderlich, denn englische Termini werden in Deutschland in der Regel schnell und gut angenommen. Daran hat sich mit dem Eintritt der fünf neuen Bundesländer 1990 nichts verändert, obwohl die erweiterte BRD damit ins Zentrum des neuen Europas gerückt ist.

Der ungebrochenen westlichen Ausrichtung der Germanen entspricht die "Rustikalität" der ostdeutschen Nachbarländer, die in der Öffentlichkeit und den Wissenschaften nach wie vor zu einem imaginären und stereotypen "Osten" hinzukommt. Ostmitteleuropäische Historie ist in Deutschland noch immer in erster Linie Russlands Historie. Dies hat sowohl für die mitteleuropäische als auch für die gesamteuropäische Geschichtsforschung einen Nachteil.

Jahrhunderts nicht im Rahmen der Bundesrepublik Deutschland und insbesondere des Habsburgerreichs und nicht in einem artifiziellen Rahmen mit Russland betrachtet werden sollte. Gleiches trifft auf das Habsburgische Reich zu, das im rechten Winkel zur Aufteilung des Kontinentes in europÃ?ische und osteuropÃ?ische Geschichtsschreibung zu.

Aber die mentalen Landkarten des Ostblocks und die hohe Dichte der östlichen europäischen Vergangenheit auf die Sowjetunion und Russland haben Staaten außer Acht gelassen, die nicht eindeutig West- oder Osteuropa zugeordnet sind. In Deutschland gibt es keinen Stuhl, der sich ausdrücklich mit der Habsburgermonarchiegeschichte auseinandersetzt oder die österreichische Bedeutung im Ost-West-Konflikt untersuchte.

Auch heute noch hört der Blick winkel der allgemeinen Geschichtsschreibung oft im Gebiet des Zonenrandgebietes auf. In Deutschland gibt es keinen Inhaber eines Lehrstuhls für Europageschichte oder für Allgemeingeschichte, der sich mehr mit der neueren Vergangenheit der bis 1866 zum DGB gehörenden tschechischen Eidgenossenschaft beschäftigt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in der ostmitteleuropäischen Vergangenheit signifikante Differenzen zwischen den Ländern und Gebieten festgestellt wurden.

Die notwendige Abgrenzung zu Russland und seit 1917 der Sowjetunion berücksichtigt unter anderem den Terminus "Ostmitteleuropa". Mit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums und der anschließenden EU-Osterweiterung hat die Erforschung dieser historischen Gegend seit 1989 einen starken Impuls erhalten. Die Emanzipation des Herder-Instituts in Marburg von der deutschen Osteuropaforschung und die Neugründung des Zentrums für Geschichts- und Kulturwissenschaften in Leipzig (GWZO).

Wenn man Klaus Zernack, Jenõ Szucs, Oskar Halecki und andere Autoren in wenigen Worten zusammenfasst, entstehen folgende epochenübergreifende Wirkungsstrukturen: In Ostmitteleuropa hat sich in der Frühneuzeit eine "zweite Leibeigenschaft" entwickelt, die den Hochadel zwar dauerhaft gestärkt, aber die freien Bauernfamilien und das bürgerliche Establishment geschwächt hat. Ein zweites Merkmal Ostmitteleuropas, das immer wieder betont wird, ist die besondere Bedeutung des Deutschen.

Ein drittes gemeinsames Merkmal Ostmitteleuropas, das immer wieder erwähnt wird, ist sein westlicher Charakter, zum Beispiel durch das Recht von Magdeburg, nach dem mehrere Großstädte entstanden sind, und die Christentumsbildung Roms. Ältere Forschungen haben auch die Bedeutung der Germanen als Kulturförderer hervorgehoben, aber die kaiserliche und koloniale Seite dieses Disputs ist mittlerweile anerkannt.

Noch heute werden die mittel- und osteuropäischen Gebilde oft als mangelhaft, rückwärts gewandt, deformiert, verzögert usw. beschrieben. Parallel zur Debatte über Sonderwege in Deutschland in den 80er Jahren, wo auch die Struktur des Reichs und der dt. Gesellschaften als außergewöhnlich und mangelhaft erachtet wurde. Das Bekenntnis zur Zurückgebliebenheit wird im Hinblick auf andere Randgebiete Europas verhältnismäßig gemacht.

Allerdings wird der tschechische Sonderfall, der die strukturellen Grenzen Ostmitteleuropas seit jeher überstrapaziert hat, perspektivisch dargestellt, wenn beispielsweise Tschechien im Kontext von Mitteleuropa und Sachsen als vergleichbarer Fall erörtert wird. Industrielle Entwicklungen und Industrialisierungen in Sachsen und Tschechien waren zwar eng verknüpft, aber aufgrund der Abgrenzung zwischen der deutschen und tschechischen und damit auch der allgemeinen und osteuropäischen Vergangenheit bisher kaum zu ergründen.

Darüber hinaus haben andere Bevölkerungsschichten und gesellschaftliche Gruppierungen in Mittel- und Osteuropa die Funktion der Bourgeoisie übernommen. Vor dem Hintergrund dieser jüngsten Forschung wird Szuc' einfühlsamer Blick auf die Mängel und den Rückstand Ostmitteleuropas ins rechte Licht gerückt. Wurde die multiethnische Struktur Ostmitteleuropas wirklich durch die Besiedlungsbewegungen des Mittelalters bestimmt oder ist sie unter den Voraussetzungen der Neuzeit neu entstanden?

Durch die in früherer Forschungsarbeit weit verbreitet gewesene longue-durée Perspektive auf Ostmitteleuropa konnte diese historische Region etabliert und neben einer Raumachse auch auf einer Zeitachse verankert werden. Eine weitere Problematik der strukturhistorischen Gebietsstudien ist die strenge Abgrenzung nach aussen, die eine große Bedeutung hat, weil sie die regionale Struktur der Untersuchung begründet.

Es gibt daher nur wenige deutsche Forschungsprojekte oder Werke zu Ostmitteleuropa, die den Vergleich mit der Außenwelt zu wagen vermögen. Wenn man sich zum Beispiel die katalanische Historie genauer anschaut, sieht man viele Gemeinsamkeiten mit Mittel- und Osteuropa. Strukturell gesehen könnte das Land in Mittel- und Osteuropa hinzukommen. Gleiches trifft auf das auch aristokratisch determinierte, lange Zeit agrarische und letztlich von einem Ethnonationalismus befallene Venetien zu, das von 1797 bis 1866 durch die Habsburgerherrschaft mit Ostmitteleuropa in Verbindung gebracht wurde.

Die tschechischen, polnischen und ungarischen Autoren haben großen Wert darauf gelegt, Ostmitteleuropa oder Mitteleuropa von Russland und den osteuropäischen Kulturkreisen zu unterscheiden. Mailand Kunderas wegweisender Essay über Mitteleuropa von 1983 - übrigens verwendet er diesen Begriff und nicht "Mitteleuropa" wie in der späten "Mitteleuropäischen Debatte" - beinhaltet eine Vielzahl antirussischer Vorurteile. Russland, aber auch die Balkanstaaten, werden als kulturelle Brennpunkte des Despotismus abgetan.

Dennoch spielt auch für den polnischen Geschichtsschreiber Oskar Halecki die Demarkation zwischen Moskau und dem Sowjetischen Reich eine wichtige Rolle. 2. Die strenge Trennung zwischen Mittel- und Osteuropa scheint insbesondere im Fall der Ukraine schwierig. Das zeigt die Orange Revolution, die als Indiz dafür gewertet werden kann, dass die post-sowjetische Ukraine Teil Mitteleuropas ist oder sein will.

In Odessa befindet sich ein von den Büros Helmer und Fellner entworfenes Opernbüro, das diese mit Zürich, Hamburg, Wien, Prag, Budapest und anderen mitteleuropäischen Kulturstädten verbindet. Die Eigenschaft Mitteleuropäer scheint hier nur deshalb angemessen zu sein, weil Zürich oder Hamburg nicht en passant Ostmitteleuropa getroffen werden können.

Während es in der ehemaligen BRD nicht einmal ein gutes tschechisches Lehrbuch gab, beherrschen heute zahllose Hochschulabsolventen aus Deutschland die tschechische, polnische oder andere Slawistik. Insbesondere die Hochschulen in Leipzig, Berlin und Frankfurt an der Oder leisten einen Beitrag zur Profilbildung der neuen Bundesländer in diesem Gebiet.

Worin unterscheiden sich die Forschungen zu Mitteleuropa von denen zu Ostmitteleuropa? Es dominieren auf den ersten Blick Übereinstimmungen, da die von Moritz Csáky formulierte Begriffsbestimmung von Mitteleuropa einige strukturhistorische Züge aufnimmt. Csáky betont in Anlehnung an die Habsburger Monarchie den imperialen Charakter Mitteleuropas, der zu asymmetrischen Verhältnissen zwischen den Völkern und Volksgruppen der Gegend und ihren Kulturkreisen führte.

Diese Asymmetrie hat dazu geführt, dass der postkoloniale Studienansatz in der 2003 veröffentlichten Anthologie "Habsburg postkolonial" Früchte getragen hat. Csáky betont die Wichtigkeit der Verständigung, während der Ausdruck Mittelosteuropa auf einer strukturellen historischen Abgrenzung aufbaut. In Anlehnung an Bradel definierte er Mitteleuropa als einen Kulturraum, der von Kulturbegegnungen, Austauschprozessen, Akkulturationen, aber auch Krisensituationen und Konflikten gekennzeichnet ist.

Neben der Abstraktion der Struktur können wir auch AkteurInnen betrachten, die Mitteleuropa geprägt und eventuell ein Zugehörigkeitsgefühl zu dieser Gegend entwickelt haben. Auf dieser Grundlage nutzen er und seine Studenten die postmodernen Begriffe wie Hybride und demonstrieren ihre Fertilität für Mitteleuropa. Das ist kulturhistorisch besonders zu empfehlen, da z.B. in der Literaturgeschichte und Kulturgeschichte die vielen Verweise von Deutschland nach Mitteleuropa berücksichtigt werden müssen.

In seinem sinnlichen Porträt der österreichischen Gastronomie hat Moritz Csáky die vielfältigen kulturellen Auswirkungen des Habsburgerreichs zusammengefaßt und auf einer abstrakten Stufe zwischen einer von außerhalb übermittelten und einer von Mitteleuropa ausgehenden Vielfalt unterschieden. Der Unterschied zwischen externem und internem Kulturtransfer macht deutlich, dass das Grenzproblem nach aussen auch in kulturgeschichtlich begründeten Gebietsstudien auftritt.

Die Perspektive unterscheidet sich jedoch von der traditioneller Area Studies. Die österreichische Mitteleuropa-Forschung ist jedoch noch nicht endgültig aufgeklärt, wo drinnen und draußen liegt. Mitteleuropa wird oft mit dem Habsburgischen Kaiserreich gleichgestellt. Der Schwerpunkt auf die imperiale Vorherrschaft als Charakteristikum Mitteleuropas bei Csáky spricht für eine Ausweitung des Konzeptes auf das Kaiserreich und die Westgebiete des Zarenreichs.

Obwohl sich einige Bewohner der Monarchie mit dem Imperator und anderen Zeichen des Habsburgerreichs identifizieren konnten, konnte ein Ex-post-Begriff wie Mitteleuropa vor hundert Jahren keine Identität definieren. Von der lebendigen Resonanz auf postmoderne Konzepte und Herangehensweisen in den Veröffentlichungen des SFB in Graz und der von Csáky geleitete Fachkommission für Kulturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der ÖAW könnte die Ostmitteleuropa-Forschung auch in Deutschland gleichermaßen stark partizipieren, gleichgültig, ob man von Mitteleuropa in Deutschland oder nicht.

Es gibt keine Modeerscheinungen der postkolonialen Studien, sondern sie wären dazu da, die Bedeutung der Germanen in Mitteleuropa traditionsgemäß zu überdenken. Dieser Stellenwert zeigt sich nicht zuletzt in der Bezeichnung "Mitteleuropa", die eine von Deutschland und der dt. Kulturgeschichte dominierte Zone des Einflusses bedeutet. Auch in der Auseinandersetzung mit dem Kulturraum Mitteleuropa gibt es ein Potenzial für den Zugang zur Transfer-Geschichte.

Mitteleuropa würde sich so zu mehr als nur einem Forschungsgegenstand weiterentwickeln; es wäre bereits ein erstes Untersuchungskonzept, das einen neuen Einblick in die Historie der historischen Räume eröffnet. Darüber hinaus gibt es eine Erfahrungsgrundlage dafür, denn die interne und externe Netzwerkarbeit in Mitteleuropa hat in der zweiten Jahreshälfte des neunzehnten Jahrhundert drastisch an Bedeutung gewonnen.

Solche kulturgeschichtlichen Gebietsstudien zu Mitteleuropa würden den jüngsten kulturhistorischen Ereignissen in Westeuropa entsprechen. Die von Michael Werner konzipierte histoire croisée und die neue Buchreihe "Deutsch-französische Geschichte" führen am Ende zu einer westeuropäischen Vorgeschichte. Er plädiert dafür, die gemeinsame Betrachtung der deutschen und französischen Vergangenheit - das heißt, das heißt, das englische Wort Croupier wird wortwörtlich übertragen.

Dies begründete er mit den zahlreichen kulturellen Transfers zwischen Deutschland und Frankreich, die eine Trennung der beiden Staaten erschwerten. Diese Argumentation ist überzeugend, außerdem verfügen Deutschland und Frankreich nun über einen umfangreichen Literaturbestand, der die Interdependenz der beiden Staaten nachweist. Die heftige Diskussion um den Begriff Osteuropa Ende der 90er Jahre und die immer wiederkehrenden Essays über Ostmitteleuropa waren dagegen bisher größtenteils auf Fachleute in dieser Gegend beschränkt.

Doch in letzter Zeit ist das Augenmerk von europäischen Historikern wie Wolfgang Schmale, der einen Essay über Mittel- und Osteuropa geschrieben hat, erobert. Von besonderem Nutzen für die histoire croisée und die Diskussion über die grenzüberschreitende Geschichtsschreibung könnte die Erforschung Mitteleuropas sein. Werner und Espagne beziehen sich zwar noch weitgehend auf den Staat und die nationalen Kulturkreise, aber die relative Gestaltung von Staats- und Gesellschaftsgrenzen, die Erarbeitung von Kulturtransfers in der deutschen Mittel- und Osteuropaforschung ist längst ein Schwerpunkt.

Die Hybride der Kultur ist auch keine neue Einsicht, sondern eine alltägliche Erfahrung in Mitteleuropa bis in die Nachkriegszeit. Wenn man die Überlegungen von Michael Werner oder die Parallelkonzeption einer west- und mitteleuropäischen (oder einer west-mittel- und osteuropäischen) Vergangenheit fortsetzt, dann könnte eine neue Grundlage der europ.

Man könnte die gesamte Europageschichte in drei oder vier Metropolen oder Gebiete, Westeuropa, Mitteleuropa, Osteuropa im engen Sinn und im Stil von Südeuropa einteilen. Durch dieses Konzept unterschiedlicher grenzüberschreitender historischer Räume konnte man erreichen, dass die Europageschichte nicht mehr auf eine Mischung aus nationalen Geschichten beschränkt bleibt. Eine solche ordentliche Europageschichte wäre, wie bereits 2004 in einer Ausgabe des Leipzig-Magazins "Comparativ" erwähnt, nicht egozentrisch.

Wenn diese unterschiedlichen Gebietsstudien auf der Grundlage von Verständigung und Interaktionen durchgeführt würden, gäbe es auch kein Exklusivitätsproblem. Auch die Analyse bestimmter Standorte, Einrichtungen oder sozialer Gruppierungen aus der Sicht unterschiedlicher Gebietsstudien wäre sehr attraktiv. Darüber hinaus können kulturhistorische Regionalstudien zu einer überregionalen Europageschichte beizutragen. Von Ostmitteleuropa nach Mitteleuropa geht es schließlich nach Europa - und damit zunächst zu diesem Thema.

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