Wandern auf Flores

Flores ist eine ideale Wanderinsel - die Landschaft ist immens abwechslungsreich.
Vom Hochland in den Bergen bis zu steil abfallenden Küsten wird alles geboten.
Die Wanderwege sind gut markiert und bieten immer wieder tolle Ausblicke auf den Atlantik und Eindrücke
der reichen Pflanzenwelt. Sehr schöne Exemplare der azoreanischen Baumheide kann man bewundern,
im Hintergrund der blaue Ozean. Schöne Blicke zurück auch auf die Insel Corvo und die kleine Felseninsel
Ilheu de Gadelha.

Wanderung 1: von Ponta Delgada nach Faja Grande (Bilder der Tour)

ca. 4 Stunden bei gemütlicher Gangart, der letzte Teil führt ein gutes Stück an der Steilküste entlang,
wo der Weg immer wieder einmal von kleinen Bächen durchzogen wird und stellenweise schlüpfrig sein kann.
Nur bei trockenem Wetter, gutes Schuhwerk und Schwindelfreiheit.
Keine Einkehrmöglichkeit, Proviant und Wasser mitnehmen (wir haben allerdings auch das Wasser aus den Bächen gerne getrunken).

Farol Ponta Delgada

Startpunkt ist der Leuchttum bei Ponta Delgada, wohin wir uns am besten mit dem Taxi bringen lassen
(und / oder zurück mit dem Taxi ab Faja Grande,
da es keine Rundwanderung ist ).
Alternativ, falls man den Leuchtturm nicht anschauen möchte
und sich ein Stück Wanderung über eine Strasse ersparen will,
kann man sich auch direkt zum Einstieg des Wanderwegs bringen lassen, den jeder Fahrer kennen sollte.
Vom Leuchtturm aus gehen wir zurück zur Strasse, die sich nach rechts hin, etwas bergauf zieht.
Wir folgen der Strasse für etwa 1 km, rechter Hand sehen wir immer die kleinen Steinmäuerchen der Weidenumrandungen, bis die Mauer auf einmal unterbrochen wird.
An dieser Stelle sollte auch ein Holzschild und eine Markierung (zwei Strichlein, rot und gelb) auf den Einstieg
des Weges aufmerksam machen.
Wir nehmen nun diesen rechten Weg, der uns zwischen mit Hortensien bestandenen Mäuerchen
ein wenig bergauf führt, über ein paar Bachlein hinweg, bis er, auf einer Art Plateau, nach links abzweigt.
Der Weg führt nun weiter entlang der Küste Richtung Süden, immer wieder einmal über Weiden
und Bäche (nicht tief, Trittsteine, gut zu überqueren).
Die Markierungen sind an den wichtigen Stellen immer recht gut zu erkennen.

Ponta

Gegen Ende verengt sich der Weg und führt ziemlich direkt an der Steilküste entlang, ca. 1 - 2 m breit.
An einigen Stellen rinnt Wasser von den Felsen,
es kann bisweilen recht schlüpfrig werden.
Ich habe selbst ein wenig Höhenangst, aber bis auf ein,
zwei Stellen überhaupt keine Probleme auf diesem Weg.
Ein wenig steil geht es hier hinab, bis die Strecke kurz
vor Ponta wieder gerader und breiter wird, in der Ferne sehen wir
schon Faja Grande, unser Ziel.
Selbstverständlich kann man die Tour auch in entgegengesetzter Richtung gehen,
muss aber dann ab dieser Stelle (Bild) einen steilen Aufstieg in Kauf nehmen.
Die Strecke ab Ponta Delgada ist daher vielleicht empfehlenswerter.

Wanderung 2 : von den Lagoas nach Faja Grande (Bilder der Tour)

ca. 3 Stunden, bei gemütlicher Gangart, keine Einkehrmöglichkeit, anfangs flach, ein kleiner Anstieg zwischendurch, letztes Stück relativ steil bergab auf einem Eselspfad, der sich entlang des Steilabfalls bei Faja Grand zieht.
Ich hatte keine Probleme bzgl. Schwindelfreiheit, da rechts immer Schutz durch Vegetation vorhanden ist. Teilweise etwas matschig, gutes Schuhwerk !

Lagoa Funda

Startpunkt der Wanderung sind die beiden Kraterseen Lagoa Funda
und Lagoa Comprida (Taxi), die wir uns natürlich gerne vor unserem Start noch einmal ausgiebig betrachten.
Als wird diese Wanderung unternahmen, war es im Hochland recht wolkig und ein wenig nebelig, was für uns durchaus seinen Reiz hatte.
Bei starkem Nebel ohne ausreichende Sicht jedoch, auch aus Sicherheitsgründen auf dem letzem Stück, nicht zu empfehlen.
Rechts neben dem Lagoa Comprida macht ein Holzschild auf den Einstieg der Wanderung aufmerksam. Der Weg (wieder rot und gelb markiert) führt nun ziemlich am Ostufer des Sees entlang zum Lagoa Seca, ab dort ein kleines Stück über die Fahrbahn (kein Asphalt, roter und feiner Schotter), schliesslich wieder links abzweigend in die Natur (Markierung). Der Weg ist immer gut sichtbar, ab hier aber teilweise recht matschig nach Regen, führt uns aber als Entschädigung durch schöne Vegetation mit den für das Hochland von Flores so typischen Moospolster, die stellenweise wirklich eine imposante Dick erreichen. Nach einer Weile erreichen wir den Lagoa Branca und gehen in einiger Entfernung von dessen Südufer weiter. Ein Abstieg zum See ist, nicht nur aus Naturschutzgründen, nicht ratsam. Das Gelände ist morastig und sumpfig.
Wir erreichen wieder die kleine Fahrbahn der roten Schotterstrasse, bevor wir uns nach ca. 100 m
nach rechts wenden (auf Markierung achten).

Nun folgt eine kleine, recht lustige Kraxelei, die aber nicht wirklich Schwierigkeiten bereitet.
Oben erreichen wir ein letztes Mal wieder die rote Fahrbahn, der wir ein Stück bergauf folgen (ca. 150 m),
bis links ein Feldweg auftaucht, den wir nun einschlagen und diesem folgen,
bis wir ein Gatter erreichen (das wir bitte wieder schliessen !). Nun geht es leicht bergab über eine Weide
und wir erreichen schliesslich ein Steinmäuerchen, das an einer Ecke offen ist. Hier hindurch,
der Weg ist eigentlich nicht zu verfehlen und weiter ein Stück bergab.
Rechts von uns sehen wir nun schon das Hochtal über Faja Grande (das vom Ort unten freilich nicht zu sehen ist !)
Links, an der Steilwand, können wir einen Blick über den Zaun wagen, und sehen das grüne Weideland
der Faja und den Ort Faja Grande aus der Höhe.

Faha Grande musterhaft

Zwischen zwei kleinen Felsen beginnt nun der Eselspfad, der
uns relativ steil bergab führt.
Es gibt einige Stellen, an denen man Vorsicht walten lassen sollte,
ab und zu quert ein wenig Wasser den Weg, und einige Stellen sind recht steil, im grossen und ganzen bereitet der Weg jedoch keine Schwierigkeiten.


Wir erreichen zum Schluss die kleine Strasse zwischen Faja Grande und Ponta auf Höhe der kleinen Brücke,
von der aus man auch zum Poco de Bacalhau mit dem grossen Wasserfall gelangt. .
Blicken wir nun zurück, sehen wir die Steilwand, die wir gerade auf dem Eselpfad, der rechts immer von Vegetation bestanden ist, hinabgegangen sind und wundern uns, wie wir da wohl runter gekommen sind !
Uns hat diese Wanderung, trotz, oder vielleicht auch gerade wegen des Nebels im Hochland,
der alles recht dramatisch aussehen liess, sehr viel Spass gemacht.

Wanderung 3: von Lajedo nach Faja Grande (Bilder der Tour)

Schöne, einfache Wanderung entlang der Südwestküste von Flores, ein paar kleinere, einfache und kurze Steigungen.
Keine Einkehrmöglichkeit bis Fajazinha. In einigen Quellen wird noch berichtet, dass man den Bach nach Fajazinha durchqueren muss, da die Brücke zerstört sei. Das stimmt nicht mehr, die Brücke wurde zwischenzeitlich wieder hergestellt, so dass man keinerlei Schwierigkeiten mehr hat !
Ca. 4 - 5 Stunden, bei gemütlicher Gangart.

Lajedo

Startpunkt der Wanderung ist Lajedo (Taxi), ein kleiner Weiler im Südwesten von Flores.
Mit dem Taxi lassen wir uns bis zum "Ortszentrum" an der Kirche bringen. Haben wir die Kirche im Rücken, sehen wir schon die Markierung (wieder rot und gelb) für den Weg an einem Holzelektromasten. Im Prinzip führt der Weg nun immer der Küste entlang Richtung Norden, die Markierungen sind gut und die Orientierung dürfte keinerlei Schwierigkeiten bereiten.
Entlang der Küste gehen wir nun an Wiesen und Weiden vorbei, sehen rechts sehen wir die Rocha dos Bordoes und wandern gemütlich Richtung Mosteiro.
Zwischendurch quert ein Bach den Weg, dessen Überquerung uns aber keine Mühe bereitet.
In Mosteiro halten wir uns links und folgen der kleinen Strasse bergab bis Caldeira, einem verlassenen Weiler mit einigen unbewohnten Häusern.
Kurz vor Erreichen der ersten Häuser zweigt der Weg nun nach links ab, alternativ können wir aber der Strasse folgen, welche der Wanderweg zum Schluss auch wieder erreicht. Die Strasse geht hier nun ziemlich steil bergauf, jedoch noch vor Erreichen des Scheitelpunkts halten wir uns links uns gehen wieder auf einem Feldweg weiter, der uns links unterhalb der Strasse durch schöne Vegetation erst ein Stückchen gerade, schliesslich bergab, nach Fajazinha bringt.
Wir gehen nun bergab in den Ort bis zur Kirche, an dieser vorbei bis zu einem Stromverteilhäuschen. Hier gibt es einen kleinen Tante-Emma-Laden mit angeschlossener Kaffeemaschine (!). Hier können wir uns, wenn uns danch ist, ein wenig stärken.

Ortseingang Faja Grande
Nun gehen wir das kleine Teersträsslein zwischen Stromhäuschen und Tante-Emma-Laden hinunter, immer leicht bergab.
Wir folgen nicht dem Schild zum Restaurant Por do Sol (in einigen Quellen wird dieser Weg noch empfohlen), sondern folgen der Markierung und wandern den Weg unterhalb des Restaurants entlang, der uns zwischen schönen Steinmäuerchen hinunter zum Ribeira Grande bringt und überqueren die wieder hergestellte Brücke trockenen Fusses.
Nach dieser Brücke geht es kurz ein kleines Stückchen bergauf, und danach immer ziemlich geradeaus weiter, bis wir schliesslich den Endpunkt unserer Tour, den Ortseingang von Faja Grande erreichen.

Eine insgesamt sehr schöne Wanderung, die uns immer wieder schöne Blicke auf die Küste gewährt, nicht anstrengend und mit grossem Spassfaktor !

 

Wanderung 1 und 3 werden auch in diesem Buch beschrieben: