Die Azoren

Wo und was sind die Azoren?

Die Azoren liegen rund 1400 Kilometer vor der portugiesischen Küste in den weiten Wogen des Atlantiks. Die Distanz zum nordamerikanischen Kontinent, genauer gesagt bis ins kanadische Neufundland beträgt etwa 2350 Kilometer. Damit markiert die Azorische Insel Flores den westlichsten Außenposten der Europäischen Union. Klimatisch gesehen, genießt der Archipel eine Sonderstellung. Denn genau dort wo sich die warmen Klimate der subtropischen Region mit einem feucht-milden Hochdruckgebiet vermengen, recken sich die Azorischen Eilande aus dem Wasser.

So entsteht das hierzulande als Azorenhoch bekannte Wetterphänomen, das für warme Herbst- und Frühlingstage verantwortlich ist.

Exakt unter den Azoren treffen die Eurasische und Afrikanische Kontinentalplatte aufeinander. Letztgenannte tektonische Formation drückt seit Jahrmillionen gegen Europa, was beispielsweise auch zur Auffaltung der Alpen führte. Dieser permanente Druck hat auf den Azorischen Eilanden, die außerdem an der Schnittstelle des Mittelatlantischen Rückens beheimatet sind, Vulkanberge entstehen lassen. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und verfügen noch heute über aktive oder schlafende Feuerberge. Moderate Temperaturen, ausreichender Niederschlag und fruchtbare Vulkanböden beschenken die Inselgruppe mit einer üppigen Vegetation. Verbringen Sie Ihren Familienurlaub in jener Destination, treffen Sie auf immergrüne Landschaften, die sogar exotischen Pflanzen ausreichende Nährstoffe bieten können. Auf Sao Miguel gedeihen beispielsweise Ananasfrüchte und Bananen. Eine Einzigartigkeit innerhalb Europas.

Die Azoren
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Pfad zum Lagoa das Sete Cidades, einem See im vulkanischen Krater Sete Cidades auf der Azoren-Insel São Miguel

Wer gehört dazu?

Die Azoren setzen sich aus mehreren winzigen Felseninseln und neun größeren Eilanden zusammen. Die neun weitläufigeren Landmassen werden in drei Regionen unterteilt. Sao Miguel, Santa Maria und acht unbewohnte Mini-Felsen, die den passenden Namen Formigas, zu deutsch Ameisen tragen, bilden die Grupo Oriental. Diese östlich gelegenen Landmassen zeichnen sich durch ihre weniger starken Niederschläge aus und verbuchen mehr Sonnenstunden. Weiter westlich erhebt sich die Grupo Central aus dem Meer. Jene setzt sich aus den fünf mittelgroßen Inseln Faial, Sao Jorge, Terceira, Pico und Graciosa zusammen und ergibt gemeinsam die hauptsächliche Landfläche der Azoren.

Abgesehen von Sao Miguel, zieht es die meisten Urlauber auf eine der fünf zentralen Eilande, da hier die Wandermöglichkeiten am vielfältigsten sind und auch dem Inselhopping nichts im Wege steht. Außerdem befindet sich die höchste Erhebung des Archipel innerhalb der Zentralinseln. Der 2351 Meter hohe Pico überragt die gleichnamige Landmasse und macht sie dank seiner steilen, sonnigen Hänge zum Weinbauhotspot der Region. Noch einmal gut 300 Kilometer weiter gen Westen verstecken sich Flores und Corvo in der See. Als letzte europäische Bastion vor amerikanischem Boden warten die beiden mit einer vielfältigen Pflanzenwelt auf und präsentieren sich klimatisch gesehen beinahe subtropisch.

Ein wunderhübsches Reiseziel

Die Inselgruppe ist als Destination für Sonnenanbeter, Strandschläfer, Sandburgenbauer und Partygänger gänzlich ungeeignet. Die Eilande setzen bewusst auf andere Werte. Denn Strände gibt es so gut wie keine. Dafür glänzen die Azoren mit wunderschön hügeligen Bergregionen, steilen Küsten und pittoresken Dörfern. Wanderwege schlängeln sich durch das Hinterland sowie hinaus an die Klippen und weil die Wässer rund um die Inseln äußerst sauerstoffreich sind, tummeln sich unzählige Meeresbewohner in der Umgebung. Speziell Wale kommen in Azorischen Gefilden häufig vor, was die Häfen zu Stützpunkten für Walbeobachtungsfahrten macht. Sind Sie ein begeisterter Taucher, vermögen Sie Ihre Ferien auf den anspruchsvollen Tauchbasen zuzubringen. Weil die Strömungen um die Landmassen relativ stark sind, sollten sich allerdings nur erfahrene Froschmänner ins kristallklare Wasser wagen.